Dachdecker Joachim Jakob GmbH 

Dachdeckermeister 

 
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Planungsgrundlagen

 

Wie groß muß der Lattenabstand bzw. die Höhenüberdeckung für Braas Dachsteine sein?
Die Lattenabstände errechnen sich aus der Dachsteinlänge, abzüglich der dachneigungsabhängigen Höhenüberdeckung.

Für profilierte Dachsteine:

 
 
Für Tegalit:
 
 
 
 
Kann ich auf Konterlatten verzichten?
 
Differenzierter als in dem Fachregelwerk "Merkblatt für Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen" vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (1.2 Allgemeine Anforderungen (7) Über Unterdächern, Unterdeckungen, Unterspannungen ist der Einbau von Konterlatten, Konterklötzchen oder anderen Abstandshaltern von mindestens 24 mm Dicke notwendig...) findet sich in unserer Hersteller-Verarbeitungsvorschrift für profilierte Dachsteine Braas Handbuch Geneigte Dächer Ausgabe 1998/2000 auf Seite 119 die Aussage:

3.1 Konterlattung
Konterlatten oder andere Abstandshalter sind zwingend erforderlich:
  • Bei Unterdach, Unterdeckung und Unterspannung, auf denen eventuell durch die Dachdeckung eindringende Feuchtigkeit nicht ungehindert ablaufen kann (z.B. bei mindestens dimensionsstabiler Unterlage, Unterspannungen ohne Durchhang).
  • Bei Unterspannungen mit ebenen Dachsteinen.
  • Bei Unterspannungen und Dachneigungen kleiner als 22°.
  • Bei Unterspannungen mit sd < 1,5 m.
Wir halten also bei Dächern > 22° Dachneigung, gedeckt mit Braas profilierten Dachsteinen und bei Verwendung unserer mit Durchhang verlegter Unterspannbahnen (bzw. einer Unterspannbahn mit
sd > 1,5 m) eine Konterlattung für nicht zwingend erforderlich.
Als Grundlage für diese Aussagen gelten:
Die Funktionstüchtigkeit unserer Dachsteine ist aufgrund der besonderen Materialeigenschaften, unabhängig vom Einbau einer Konterlattung, gewährleistet.
Diese Aussage gilt ausdrücklich auch für die Frostbeständigkeit der Braas Dachsteine.
Das heißt, die 30-jährige Materialgarantie bleibt bestehen, auch wenn keine Konterlatten für eine zusätzliche Lüftung der Ebene zwischen Dachsteinen und Unterspannbahn sorgen.
Der Lüftungsquerschnitt der Konterlattung kann somit nur den Traglatten nutzen.
Wir gehen davon aus, daß eine mit Durchhang verlegte Unterspannbahn, die Profilierung der Dachsteine sowie der Fugenanteil der schuppenförmigen Deckung für eine ausreichende Umlüftung der Traglatten sorgen.
Langjährige Erfahrungen in der Praxis bestätigen dies. Immerhin wurde in den vor Mai 1984 gültigen \"Regeln für Dachdeckungen mit Betondachsteinen\" bei unterspannten Dächern und Dachneigungen über 25° ebenfalls keine Konterlattung gefordert, und uns sind keine Schäden aufgrund fehlender Konterlattung bekannt.
Grundvoraussetzung ist allerdings, daß bei einem wärmegedämmten Dachaufbau die Vorgaben aus dem Fachregelwerk \"Merkblatt Wärmeschutz bei Dächern\" vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks eingehalten werden.
Das Dach muß auch in den Anschlüssen fachgerecht gedeckt werden. So ist zum Beispiel der Wasserablauf auf der Unterspannbahn im Traufbereich nicht zu behindern.

Zusammenfassung:
Konterlattung sind erforderlich: Bei profilierten und ebenen Dachsteinen in Verbindung mit Unterdächern, Unterdeckungen oder gespannt verlegten Unterspannbahnen.
Bei profilierten Dachsteinen in Verbindung mit durchhängend verlegten Unterspannbahnen und Dachneigung unter 22°. Bei ebenen Dachsteinen (Tegalit) unabhängig von Zusatzmaßnahmen und Dachneigungen.
Konterlattung nicht zwingend erforderlich, bei Braas profilierten Dachsteinen in Verbindung mit Durchhang verlegter Unterspannbahn (sd > 1,5 m), bei Dachneigungen > 22°.
 
 
 
Muß ich eine Dachdeckung hinterlüften?
 
Durch die Ebene zwischen Zusatzmaßnahme (zum Beispiel Unterspannbahn) und Dachdeckung soll eventuell durch die Deckung eingedrungene Außenfeuchte abgeleitet werden. Außenfeuchte kann z.B. bei extremen Witterungsbedingungen oder flacher Dachneigung durch die Deckung dringen oder sich als Tauwasser niederschlagen.
Eventuell eingedrungene Feuchtigkeit muß sowohl auf der Zusatzmaßnahme ablaufen als auch durch die Luftzirkulation abgeführt werden. Die Lüftungsebene unterhalb der Dachdeckung wird in der Regel durch eine Konterlattung mit einem Mindestquerschnitt von 24/48 mm geschaffen. Genau wie die Lüftungsebene zwischen Wärmedämmung und Zusatzmaßnahme ist auch die Lüftungsebene unterhalb der Deckung durch entsprechende Lüftungsöffnungen an die Außenluft anzuschließen.
Dafür gibt es eine Vielzahl an Formsteinen und Dachsystemteilen.
Diese Lüftung dient auch zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes.
 
 
  
Muß ich eine Schneefangkonstruktion vorsehen?
 
Baubehördliche Auflagen zur Schneesicherung sind in den Landesbauordnungen festgelegt. Laut MBO (Musterbauordnung) können bei Dächern an Verkehrsflächen und über Eingängen Vorrichtungen zum Schutz gegen das Herabfallen von Schnee und Eis verlangt werden. Weitergehende Auflagen der Ortssatzungen sind bauvorhabenspezifisch zu berücksichtigen.

Jakob bietet Ihnen folgende Möglichkeiten:

Schneefangsysteme mit Schneefangitter oder Rundholz werden, je nach örtlichen Gegebenheiten, zum Schutz gegen Abrutschen des Schnees, z.B. über Hauseingängen und Verkehrsflächen, eingesetzt. Sie bestehen aus einer Schneefangpfanne/-platte, Schneefanggitterstütze, Rundholzhalter, Schneefanggitter, Verbindungsklammer für Gitterlängsverbindung. Schneestopsteine, gleichmäßig verteilt auf der Dachfläche fixieren den Schnee und verhindern das Abrutschen, der Schnee kann langsam abschmelzen. Eine Kombination beider Teile stellt eine sinnvolle Schneesicherungsmaßnahme in schneereichen Gebieten dar.
 
 
 
Welche Zusatzmaßnahme benötige ich bei meinem Bauvorhaben?
 
Zusatzmaßnahmen sind vorzusehen:

- wenn die Regeldachneigung unterschritten wird
- bei erhöhten Anforderungen an das Dach
- wenn bestimmte Dachneigungsgrenzen über- oder unterschritten werden

Zuordnung von Zusatzmaßnahmen*
*) Die in der Tabelle genannten Zusatzmaßnahmen sind Mindestmaßnahmen. Die Tabelle dient der Orientierung und entbindet nicht von der eigenverantwortlichen Einschätzung der auf das Bauvorhaben bezogenen Anforderungen.
**) Bei besonders hohen Anforderungen und/oder besonderen örtlichen Bestimmungen ist eine höherwertige Zusatzmaßnahme zu wählen. Grundsätzlich können höherwertigere Zusatzmaßnahmen auch anstelle der Mindestmaßnahme eingesetzt werden.
 
 
 
 
Was sollte bei der Planung für Tonnen-Eindeckungen beachten werden?
 
Wegen der Rundung der Unterkonstruktion liegen die Dachsteine nicht mehr parallel zueinander. Dies bedeutet, daß je nach Radien die Dachsteine solange über die Hinterkante der vorderen Fußverrippung drehen, bis sie auf der hintersten Fußverrippung aufsitzen.

Daraus ergeben sich Konstruktionsradien bei

Profilierten Dachsteinen:
- Taunus-Pfanne (2fache Fußverrippung) ca. 6 m
- Frankfurter Pfanne (3fache Fußverrippung) ca. 10 m

Ebenem Dachstein:
- Tegalit ca. 12 m

Bei kleineren Radien sperren die Dachsteine dann an der Vorderkante/Sichtkante auf. Durch die aerodynamischen Veränderungen in den Wirbelkammern der Fußverrippungen und der sich eventuell ergebenden Spalten sollte als Zusatzmaßnahme mindestens eine Unterdeckung als Unterkonstruktion vorgesehen werden. Der obere Abschluß des Tonnendaches ist zum First hin mit der Mindestdachneigung des jeweiligen Dachsteinmodells und zusätzlichem Unterdach nach Fachregelwerk vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks auszuführen. Eine Verklammerung zur Windsogsicherung der Dachsteine ist nach Fachregelvorgaben zu überprüfen. Darüber hinaus kann das Aufsperren der Dachsteine eine Befestigung grundsätzlich notwendig machen. Dies gilt auch für \"Neigungen\" > 65° am Fuß des Tonnendaches. Je nach Dachneigungen und Anforderungen, die eventuell über die konstruktiven Besonderheiten hinaus noch hinzukommen, sind sowohl bei der Unterkonstruktion wie auch bei der Befestigung entsprechend hochwertige Lösungen auszuführen.
 
 
 
Was sollte man bei der Dachdeckung in schneereichen Gebieten beachten?
 
In schneereichen Gebieten sollte ein Unterdach vorgesehen werden. Bei Unterdächern ist grundsätzliche eine Konterlattung erforderlich. Sie bildet den Lüftungsraum zwischen Dachstein und Unterdach und läßt eingedrungene Feuchtigkeit ungehindert abfließen. Etwaige Eisbildung durch Rückstauwasser und Temperaturgefälle wird durch Erhöhen der Konterlattendicke vermindert, mindestens 30/50 mm Latten wählen. Dieser Querschnitt sollte mindestens auch, auf Grund der anfallenden Schneelast, für die Traglattung gelten.
Desweiteren bieten große Dachüberstände der Fassade einen guten Wetterschutz. Die vordere Dachsteinkante sollte ohne Überstand auf der Traufbohle aufliegen. Eine hochhängende Rinne und die durchgehende Konterlattung gewährleisten eine ausreichende Lüftung des Raumes unterhalb der Deckung, auch bei einer mit Schnee zugesetzter Traufe. Schalung und Sparrenköpfe sollten durch Tropfwinkel vor der auf dem Unterdach abfließenden Feuchtigkeit geschützt werden. Ausreichende Lüftungsöffnungen sollten angeordnet werden. Eine Schneefangkonstruktionen und Schneestopsteine mindern das Abrutschen des Schnees.
 
 
 
Was tue ich gegen Flugschneeeintrieb am First?
 
Hohe Sicherheit bietet Braas Figaroll:

Der First wird mit einem luftdurchlässigen und wasserabweisenden Vlies komplett abgedeckt, es gibt eine konstruktiven Öffnungen durch die etwaiger Flugschnee eindringen könnte. Die seitlichen Ränder sind an die Profilierung der Dachsteine angeformt und zusätzlich mit Butylklebestreifen an der Oberfläche fixiert. Die langjährigen Erfahrungen mit der Aero-Gratrolle, (Braas Figaroll ist ein alternatives Produkt zur Aero-Gratrolle), haben die Flugschneesicherheit bestätigt.

Eine zusätzliche Möglichkeit, die Flugschneesicherheit im Firstbereich zu erhöhen, bietet eine spezielle Unterspannbahn-Firstverlegung:
Bei der Verwendung der Aero-Firstelemente endet die Unterspannbahn ca. 15 cm vom Firstscheitelpunkt. Die Öffnung wird mit einem mit einem 50 cm breiten Unterspannbahn-Streifen (mit 10 cm Überlappung) abgedeckt. Die Lüftung erfolgt über ein in jedes Sparrenfeld eingehängtes Unterspannbahn- Lüfterelement.
Ausführungsdetails finden Sie unter CAD-Download: First mit Unterspannung und Konterlattung.
 
 
 
Welche Lüftungsquerschnitte haben die Profilierungsöffnungen der Braas Dachsteine im Traufbereich?
 
Die Fachregelwerke des ZVDH empfehlen bei einer Dachneigung von 10° und einer Sparrenlänge bis 10 m einen Mindestlüftungsquerschnitt an der Traufe von 200 cm2/m. Um diesen Wert zu erzielen sind zusätzlich zu den Profilierungsöffnungen der Dachsteine Lüftungsquerschnitte zum Beispiel durch Aero-Traufelemente oder Lüftersteine vorzusehen.

Die Öffnungen der Dachstein-Profilierung betragen für:
 
  • Taunus Pfanne :
126 cm²/m
  • Doppel - S :
114 cm²/m
  • Harzer Pfanne :
120 cm²/m
  • Harzer Pfanne BIG:
180 cm²/m
  • Frankfurter Pfanne:
62 cm²/m
 
 
 
Welche Lüftungsquerschnitte und Ausströmwiderstandswerte haben die Braas Dachdurchgänge?
 
Passend zur Deckung werden Dachdurchgänge in DN 100, dies entspricht einen freien Lüftungs- querschnitt von 78 cm2 und DN 125 dies entspricht einen freien Lüftungsquerschnitt von 122cm2, mit Dunstrohren oder Sani-Lüfter mit und ohne Wetterkappen angeboten.

Zur Berechung von Lüftungsanlagen nachfolgend die Auflistung des Ausströmwiderstands (zeta-Wert) für:

Braas Dunstrohraufsatz:
ohne Wetterkappe = 1,50
mit Wetterkappe = 2,20

Braas Sani-Lüfter:
ohne Wetterkappe = 1,13
mit Wetterkappe = 2,10
 
 
 
Bei welchen Dachneigungen kann ich welches Dachsteinmodell verlegen?
 
Profilierte Dachsteine

Die Regeldachneigung bei Braas profilierten Dachsteinen beträgt 22°. Dachneigungsgrenzen:
 
 
Tegalit:
 
Die Regeldachneigung bei Braas Tegalit beträgt 25°. Dachneigungsgrenzen:
 
 
 
 
Was sind Zusatzmaßnahmen zu Regensicherheit?
 
Als Zusatzmaßnahmen gelten:

- Unterdach
- Unterdeckung
- Unterspannung
- Docken (nur bei profilierten Dachsteinen > 25°)
- Wärmesysteme, die die Funktion von Unterdach, Unterdeckung oder Unterspannung erfüllen.
 
Unterdach - wasserdicht

Kennzeichnend ist die wasserdichte Ausführung der Flächen, einschl. der Naht- und Stoßverbindungen. Die Konterlattung wird in die wasserdichte Ausführung eingebunden. Wasserdichte Unterdächer dürfen keine Öffnungen aufweisen.
 
 
Unterdach - regensicher

Im Gegensatz zum wasserdichten Unterdach wird in der Regel die Konterlatte nicht eingebunden. Lüftungsöffnungen für belüftete Konstruktionen sind zulässig.
 
 
Unterdeckung

Die Unterdeckung ist eine regen- sichere Ausführung und wird mit überdeckenden und aufliegenden Bahnen hergestellt. Die Konterlattung ist nicht eingebunden. Die Ausführung der Naht- und Stoßverbindungen ist unter- schiedlich, dadurch wird die Wertigkeit der Zusatzmaßnahme festgelegt.
 
 
Unterspannung

Die Ausführung erfolgt mit Unterspannbahnen, die mit oder ohne Duchhang verlegt werden. Unterspannungen werden als belüftete Konstruktionen ausgeführt.